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Von der Klassik zum Tango

(bro) (kmh) Das Wupper-Trio mit den preisgekrönten Musikern, Sayaka Schmuck (Klarinette), Prof. Barbara Buntrock (Violine und Viola) und dem Pianisten Andreas Hering, bot am vergangenen Freitag im gut besuchten Eröffnungskonzert der 69. Reihe 2017/8 bei den Eberbacher Kunstfreunden ein reizvolles und anspruchsvolles Programm mit "Mozart - Schumann - Bruch - Massenet - Piazzola", das man mit "Von der Klassik zum Tango" übertiteln konnte und zu dem charmante Einführungen nicht fehlten.

Das junge Trio musizierte im evangelischen Gemeindehaus am Leopoldsplatz auf höchstem Niveau in Duo- und Triobesetzung, aber nicht - wie üblich - mit Violine, Cello und Klavier. Die außergewöhnliche Kombination hier von 'Klarinette, Viola (Violine) und Klavier', also die von kontrastierendem Blas-, Streich- und Tasteninstrument, entwickelte auch infolge der tadellosen Instrumentenbeherrschung, der quirligen Spielfreude sowie des harmonischen Zusammenspiels und Dialogisierens der Triomitgliedern eindrucksvolle Klangerlebnisse, da etwa der Klarinette wie der Viola in ihrer Tonfülle virtuose Ausflüge ins hohe wie tiefe Register selbstverständlich waren, die einfühlsam mit ausgleichendem, aber auch dominierendem Klavierklang sich verbanden.

Zuerst hörte man Mozarts "Kegelstatt-Trio" (Es-Dur, KV 498 von 1786). Das beginnende "Kegelmotiv (neun Noten wie neun umfallende Kegel), das Hauptthema, mag ein Zeichen von Mozarts Humor oder nur Anekdote sein, das Trio jedenfalls ist eine perfekte Kammermusik mit völliger Gleichberechtigung und Gleichgewichtigkeit aller Musizierenden, das nicht nur bei Hörern, sondern - wie auch hier zu merken - bei den Ausführenden besonders beliebt ist. Hier konnten alle drei 'Partner' ihre Virtuosität und ihr klangschönes Spiel unter Beweis stellen. So wurde z. B. das lange klangvolle Seitenthema im Kopfsatz (Andante) zuerst von der Klarinette, später in der Reprise (Wiederaufnahme) von der Viola gespielt - dieselbe Melodie also in verschiedenem Klangcharakter. Der Mittelsatz 'Menuett mit Trio" begann mit einer klangvollen Melodie, wie geschaffen für die zu Dominanz neigende klangprächtige Klarinette. Mozart, der den Violapart für sein Violaspiel komponiert haben soll, entschädigt die Viola dann im Trio mit virtuosen Triolenketten, in der die Bratschistin - wie später auch in Massenets Thaïs-Méditation als virtuose Geigerin - alle Register ihres technischen und musikantischen Könnens zog, gelegentlich sekundiert von Klaviertriolen, so dass man auch hier zwei Klangcharaktere unterscheiden konnte. Das Finale "Rondeaux Allegretto" begann mit einer prächtigen, breit angelegten Melodie, die Klarinette, Klavier und Viola teilweise fugiert auszuführen haben. In den Intermezzi (couplets, Zwischenspielen) dominierten wieder Triolen bei allen drei Instrumentalisten, so dass man abwechslungsreich instrumenten-typisch verschiedene Triolenklänge erlebte.

Die im Schlussteil vorgetragenen "Märchenerzählungen Op. 132 für Klarinette, Viola und Klavier (1853) von Schumann waren, wie die Besetzung und Notizen zeigen, von Mozarts aparter Besetzung in seinem Kegelstatt-Trio angeregt. Das Trio suchte im Sinne des Wortes 'erzählen' die Stimmungen der vier Stücke herauszustellen : Vom Anmutigen zum Kraftvollen , dann hin zum Melodiös-Volkstümlichen und wieder zum Kraftvollen.

In ein anderes Feld führte des 73-jährigen Max Bruchs "Doppelkonzert für Viola und Klarinette" (e-moll, op. 88, von 1911), hier als Klaviertrio. Eine 'modernistische' Besprechung 1913 urteilte, es sei "harmlos, schwach, wenig aufregend, vor allem aber zu zurückhaltend, in seiner Wirkung unoriginell und ohne jeden meisterlichen Wurf". Bei der Frage, ob das Konzert 1911 epochen(ge)recht sei, konnte man damals schon auf ein "Nein" kommen bei einem Werk, das im Stile Mendelssohns komponiert schien und die Emanzipation von Atonalität und Dissonanz konsequent ablehnte. Heute wird man die Qualitäten des Konzerts eher würdigen, und der begeisterte Beifall - auch in Eberbach - wurde sicher nicht nur den ausführenden Musikern gezollt, sondern auch dem "traditionalistischen" Komponisten Max Bruch, der mehr war als das "uneinsichtige Bollwerk der musikalischen Reaktion". Im ersten Satz des für die Ausführenden sehr anspruchsvollen Konzert erlebte man, wie die Solobratsche, dann die -Klarinette wie bei einem Csárdás sich dramatisch virtuos vorstellten und die folgenden einprägsame Melodie - nach einem schwedischen Volkslied -, mit ihren kunstvollen Verarbeitungen klangvoll mit dem das Orchester ersetzenden Klavier vorführten. In dem bewegteren Mittelsatz wurde das anmutig wiegende Hauptmotiv abwechslungsreich solistisch, alternierend oder im Zusammenspiel musiziert. In einem wahren Kontrast dazu steigerte sich im Finale das Trio zu sinfonischer Wucht mit punktiertem Rhythmus und Imitationen von Bläserfanfaren und Paukenschlägen, bis Klarinette und Viola ihre virtuose, leichtfüßige Triolen-Thematik entfalteten.

Den Schluss bildete aus Astor Piazzollas "Vier hafenstädtische Jahreszeiten - Cuatro Esta-ciones Porteñas" (1964-70) der Teil "Verano Porteño (Sommer im Hafen) im Arrangement. für Violine, Klarinette und Klavier. Mit dem argentinischen Komponisten, der zuerst klassische Musik studierte, dann erst zur Musik seiner Heimat fand, verbindet sich zwar sofort der Begriff Tango, es ist aber nicht der Tango zum Tanzen, sondern der Konzerttango (Tango nuevo), Musik zum Hören, anspruchsvolle “Kammermusik“, wie er selbst es nannte, mit unüberhörbar konzertanten und virtuosen Zügen. So wundert es nicht, dass er sich auf seine Art mit Antonio Vivaldis (1675-1741) berühmtem "Vier Jahreszeiten" beschäftigte, der in seinen "Quattro Stagioni" drückende Sommerhitze, klirrende Winterkälte, Freuden des Herbstes und des Frühlings musikalisch deutlich machte. Im hier musizierten "Verano Porteño (Sommer im Hafen) musizierte das Trio also begeisternd im Tango-Stil mit den stark synkopierten, die Taktgrenzen oft verwischenden Melodielinien, typischen Harmonien und Rhythmen, abgehackten Staccati, scharfen Betonungen und den wehmütig elegischen Soli und Duos, aber auch die von Piazzolla verwendeten klassischen instrumentalen Möglichkeiten wie Bogenschläge auf dem Streichinstrument, scharfe Akzente in hoher Lage, Glissandi, virtuose Läufe. Mit dem Effekt einer knappen Stretta (Beschleunigung) in fff endete das Trio, worauf nicht enden wollendem Beifall einsetzte für den sich das Trio mit dem berühmten besinnlichen Tango 'Oblivion' ('Vergessen, Vergänglichkeit', eine Filmmusik) bedankte.

02.10.17

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